阅读:德国总理新年讲话-2005-
liebe mitbürgerinnen und mitbürger,
die bilder unfassbaren grauens, die wir täglich sehen, sagen uns: was weit weg geschieht, geht uns nah. opfer sind menschen eines anderen erdteils - und opfer sind auch deutsche, unsere landsleute. im gemeinsamen leid spüren wir die unteilbarkeit unserer einen welt. diese welt ist heimgesucht worden von der schlimmsten naturkatastrophe seit menschengedenken. zehntausende sind tot, millionen sind obdachlos und haben ihre lebensgrundlagen vollständig verloren.
unsere gemeinsame antwort muss die der einen welt sein. politische lager sind jetzt nicht wichtig, religiöse und ideologische unterschiede auch nicht. es geht um solidarität aus gemeinsamer verantwortung. für die betroffenen, die hilfe brauchen, für die kinder, die behütet werden müssen. es geht um die linderung von leid jetzt. es geht aber auch um die zukunft der region. globalisierung betrifft uns alle. das ist eine lehre, die wir nicht vergessen dürfen.
liebe mitbürgerinnen und mitbürger,
auch deutsche urlauber, das ist zur traurigen gewissheit geworden, sind unter den toten. mehr als 1.000 deutsche staatsangehörige werden noch vermisst. angesichts der furchtbaren zerstörung müssen wir befürchten, dass mehrere hundert deutsche unter den toten sein werden.
liebe mitbürgerinnen und mitbürger,
was tun wir jetzt und was ist in zukunft zu tun? natürlich bewegt es sie wie auch mich besonders, wie wir schnellstmöglich das schicksal deutscher urlauber aufklären und überlebende nach hause bringen können. spezialflugzeuge der bundeswehr - sogenannte 'fliegende lazarette' - sind im einsatz, um verletzte zu transportieren. wir machen dabei keinen unterschied nach nationalitäten - nur die schwere der verletzung zählt. weitere flugzeuge der bundeswehr und auch chartermaschinen stehen für den rücktransport deutscher touristen bereit. und die deutschen reiseveranstalter werden ihrer verantwortung für ihre kunden in vorbildlicher weise gerecht. in einer solchen situation muss sich internationale solidarität beweisen. wir dürfen die von der flutwelle am stärksten betroffenen länder, die menschen dort, nicht allein lassen. nicht jetzt, aber auch nicht in zukunft.